Was heißt das?

Begriffe erklärt in einfacher Sprache

Was bedeutet CSR?

Corporate Social Responsibility (CSR) bedeutet zu Deutsch die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Es bezeichnet also eine Strategie, die Unternehmen dabei unterstützt, sich auf freiwilliger Basis mit sozialen und ökologischen Themen auseinanderzusetzen. Es gilt dabei, Maßnahmen zur gesellschaftlichen Verantwortung in Ihre Organisationsführung und ins Kerngeschäft zu integrieren und im Austausch mit Anspruchsgruppen (Stakeholder:innen) das Unternehmen ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher zu gestalten.

Was bedeutet ESG?

Der Begriff Environment Social Governance (ESG) hat sich im Banken- und Finanzsektor als Standard nachhaltiger Finanzanlagen etabliert. Es geht also darum, wie nachhaltiges Investment gestalten werden kann oder um die Frage “In welche Unternehmen kann möglichst nachhaltig investiert werden?”.

Konkret geht es um Verantwortung im Bereich Environment (Umwelt), also Belange hinsichtlich Umweltverschmutzung oder –gefährdung, Treibhausgasemissionen oder Energieeffizienzthemen; “Wie sehr beschäftigt sich das Unternehmen, in das investiert wir mit Umweltschutz?”.

Es geht aber auch um soziale Aspekte, also z. B. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Diversity oder gesellschaftliches Engagement; “Erkennt das Unternehmen, in das investiert wird seine soziale Verantwortung und welche Maßnahmen setzt es?”.

Unter Governance wird die Unternehmensführung an sich verstanden. Damit sind z. B. Bereiche wie Unternehmenswerte oder Steuerungs– und Kontrollprozesse gemeint; “Wie nachhaltig wird das Unternehmen, in das investiert wird, tatsächlich geführt?”.

Im Zuge dessen, wurden die Prinzipien für verantwortungsbewusstes Investment (Principles for Responsible Investment (PRI)), eingeführt, welche vorschreiben, dass Banken, Kreditinstitute und Pensionskassen offenlegen, in welche Unternehmen sie investieren. ESG-Screening-Agenturen durchleuchten (screenen) diese Investments nach den ESG-Kriterien und geben eine Bewertung ab, wie nachhaltig ein Unternehmen und dessen Investments sind.

Was ist die Agenda 2030 und was bedeutet SDG?

2015 haben die Vereinten Nationen (United Nations, UN) die „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ beschlossen. Die Agenda 2030 beinhaltet 17 nachhaltige Entwicklungsziele, die Sustainable Development Goals, kurz SDGs. Die SDGs stellen einen weltweiten Rahmen für eine nachhaltige Entwicklung auf wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Ebene dar. Sie sind in weitere Unterziele, sogenannte Targets, aufgeteilt und beinhalten ein neuartiges vernetztes Verständnis von Armut, Umweltzerstörung, Ungleichheit, Produktions- und Konsumweisen, Korruption etc. Mehr zu den SDGs hier: www.sdgwatch.at/de/ueber-sdgs/

Alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen haben sich mit dem Beschluss dazu verpflichtet, die Agenda 2030 mit ihren 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) bis ins Jahr 2030 auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene umzusetzen. Es steht jedoch bereits fest, dass dies nicht mehr gelingen wird. Umso wichtiger ist es also, dass es ein gesamtgesellschaftliches Umdenken gibt und so der Druck auf Politik und andere Entscheidungsträger:innen erhöht wird.

Was versteht man unter dem Europäischen Green Deal?

Der Europäische Green Deal wurde 2019 vorgestellt und ist ein Konzept der Europäischen Union, das vorsieht, bis 2050 als erster „Kontinent“ klimaneutral zu werden. Klimaneutral bedeutet, dass alle entstandenen Emissionen kompensiert werden. Dafür wurden bereits eine Reihe von Maßnahmen in den Bereichen Finanzmarktregulierung, Energieversorgung, Verkehr, Handel, Industrie sowie Landund Forstwirtschaft eingeführt und weitere sind in Planung. Die EU-Mitgliedsstaaten sind verpflichtet, diese Maßnahmen in ihre Gesetzgebung zu integrieren und werden mit finanziellen Mitteln bei der Umstellung auf eine emissionsfreie Wirtschaft unterstützt.

Was ist die EU-Taxonomie Verordnung?

Als Taxonomie bezeichnet man ein Verfahren, mit dem Dinge nach bestimmten Kriterien klassifiziert, also eingeordnet werden können.

Die Taxonomie Verordnung der EU ist eine Verordnung, die sich vor allem auf den Finanzmarkt bezieht. Sie enthält Kriterien zur Einordnung von Wirtschaftstätigkeit. Es geht konkret darum, zu klassifizieren, ob ein Unternehmen ökologisch nachhaltig handelt. So kann ermittelt werden, wie ökologisch nachhaltig die Investition in dieses Unternehmen ist. Mit der Verordnung werden also Finanzmarkt-Teilnehmer:innen, z. B. Banken, die sich und ihre Produkte ökologisch vermarkten wollen, verpflichtet, über den Anteil an ökologisch nachhaltigen Investitionen in ihrem Portfolio zu berichten. Durch die zusätzliche Förderung privater Investitionen in grüne und nachhaltige Projekte soll ein Beitrag zum Europäischen Green Deal geleistet werden.

Was bedeutet CSRD?

Unter dem Begriff CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) verbirgt sich die Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen, die ebenso Teil des Green Deals ist. Ab 2023 sind alle börsennotierte Unternehmen und alle anderen Unternehmen, die zwei der drei der folgenden Kriterien erfüllen, mehr als 250 Mitarbeiter:innen, Bilanzsumme von über 20 Millionen € oder Umsatz von über 40 Millionen €, verpflichtet, einen Nachhaltigkeitsbericht abzulegen.

Ab 2026 betrifft dies auch Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeiter:innen. Diese Unternehmen müssen also nicht nur einen Finanzbericht abgeben, sondern ebenso offenlegen, welches Engagement sie hinsichtlich sozialer, ökologischer und klimatechnischer Themen zeigen. Diese Berichterstattung betrifft die gesamte Wertschöpfungskette, also auch die Lieferkette, wo sich oft kleine Unternehmen wiederfinden. Indirekt sind somit auch kleine Unternehmen betroffen, die nicht gesetzlich zur Berichterstattung verpflichtet sind, indem ein großes PartnerUnternehmen z. B. einen Klimafußabdruck (Corporate Carbon Footprint) anfordert, den es für dessen gesetzlich vorgeschriebenen Bericht benötigt.

Was ist ein Lieferkettengesetz?

Der Europäische Green Deal sieht vor, dass die EU-Mitgliedsstaaten Lieferkettengesetze implementieren. Ein Lieferkettengesetz soll einen rechtlichen Rahmen schaffen, um die Umwelt sowie Menschenund Kinderrechte entlang der globalen Lieferketten zu schützen. Durch solche Gesetze müssen Unternehmen die Verantwortung für Produktionsweise und Arbeitsbedingungen bei ihren Zulieferer:innen übernehmen.
Sie müssen dafür Missstände zurückverfolgen und diese von Anfang an vermeiden, gemeinsam mit den Zulieferer:innen Lösungen finden oder die betroffenen Produkte abbestellen. Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben solche Gesetzte bereits umgesetzt, in Österreich lässt das Lieferkettengesetz noch auf sich warten. Trotzdem sind Österreichische Unternehmen, die z. B. mit Deutschen Unternehmen zusammenarbeiten wollen, bereits von den dort geltenden Gesetzen betroffen.